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Martina, Lehrerin

Hoffnung

Hoffnung das ist ja ein ganz weites Feld und man sagt so lässig: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“

Dieser Spruch, der bringt zum Ausdruck, dass Hoffnung etwas ist, worum ich mich gar nicht bemühe, was einfach da ist und dableibt, und erst wenn es unsinnig wird, gibt man die Hoffnung auf. Ich glaube, dass das ein ziemlich falsches Verständnis von Hoffnung ist.

Hoffnung ist etwas, um was ich mich bemühen muss. Für mich steckt da auch Öffnung in diesem Begriff. Das ist keine Emotion und kein Gedanke, eigentlich ist es von allem etwas, im Grunde ist dieses Hoffen ein kategorisches Menschsein.

Die Hoffnung ist in keiner Weise selbstverständlich, ich muss um dieses Hoffen kämpfen, damit es mich dann begleitet. Was dann entsteht ist eine wirklich große Kraft. Letztendlich ist das wie ein Seil über dem Abgrund. Denn, wenn ich hoffe, dann überlasse ich mich einer Kraft, die mich dann auch eben trägt.

Hofft man immer auf etwas? Es geht beim Hoffen gar nicht so direkt um die Erfüllung eines Wunsches oder einer Erwartung, denn die Hoffnung ist gar nicht so sehr selbst auf das Ziel ausgerichtet. Die Hoffnung trägt mich in dem Moment, egal ob ich in der Zukunft dieses Ziel oder die Erwartung erfüllt bekomme. Hoffnung ist wie ein Fliegen, sich öffnen, sich weit machen für das, was jetzt gerade passiert, egal ob ich diese Erwartung, diesen Wunsch erfüllt bekomme, also als gegenwärtige Kraft verstanden und da finde ich diesen Begriff „Hoffnung“ richtig spannend.